Ausstellung zum Film "Agenten sterben einsam"

(Originaltitel: Where Eagles Dare | 1968) von Brian G. Hutton mit Richard Burton, Clint Eastwood u.v.m.

Die Handlung

Deutschland im Winter 1943/44: Ein Flugzeug mit dem US-amerikanischen Offizier George Carnaby [Robert Beatty], der maßgeblich an der Planung des D-Day beteiligt ist, wird auf dem Flug nach Kreta abgeschossen. Der General gerät in Gefangenschaft. Die Wehrmacht transportiert ihn in das Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes in der schwer befestigten Burganlage »Schloss Adler« in den Alpen [tatsächlicher Schauplatz ist die Burg Hohenwerfen]. Um zu verhindern, dass der General wichtige Informationen preisgibt, soll ihn eine britische Spezialeinheit befreien, die von dem erfahrenen Major John Smith [Richard Burton] angeführt wird. Der US-amerikanische Lieutenant Morris Schaffer [Clint Eastwood] wird dem englischen Kommando als Elitekämpfer zugeteilt.

Nachdem Smith und sein Team im Schutz der Dämmerung mit dem Fallschirm über den bayrischen Alpen abgesprungen sind, gelingt es ihnen, in das nur über eine Seilbahn erreichbare Schloss einzudringen. Danach beginnt ein dramatisches Verwirrspiel, bei dem die Spione gegenseitig als Doppelagenten bezeichnet werden und sich der vermeintliche General als amerikanischer Schauspieler herausstellt. Ziel der Mission war nicht die Rettung des Generals, der tatsächlich ein Schauspieler ist, sondern die Aufdeckung von Doppelagenten innerhalb des britischen Geheimdienstes MI6. Dies ist gelungen, da nun eine Liste, die durch eine Finte von Smith in dessen Besitz gekommen ist, die Namen der Verräter beinhaltet – ebenso den Namen des obersten deutschen Spions.

Die Situation eskaliert und die Gruppe flüchtet halsbrecherisch von der Burg und danach mit einem Bus mit angebautem Schneepflug zum Flugplatz. Dort werden sie mit einer offenbar erbeuteten Ju52-Maschine des Geheimdienstes abgeholt. Auf dem Flug zurück nach England gibt Smith seinem Vorgesetzten Colonel Turner den Namen des deutschen Top-Spions preis: Turner selbst. Der so enttarnte Doppelagent, der infolgedessen vor ein Kriegsgericht gestellt würde, möchte sich den Gang zum Schafott ersparen und bittet Smith um eine Alternative. Mit dessen Erlaubnis begeht er Selbstmord, indem er ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springt.

Mythos und Wahrheit

War Drehbuchautor Alistair MacLean ein Geheimagent?
Nein, der schottische Thriller-Autor Alistair MacLean und Drehbuchautor von »Where Eagles Dare« war einer der erfolgreichsten Kriegs- und Spionageroman-Autoren und erweckte den Anschein, als Seemann der Royal Navy im Zweiten Weltkrieg auch an Geheimkommandos teilgenommen zu haben – in Wahrheit entsprang dies aber seiner blühenden Phantasie.

Waren SS-Angehörige an den Dreharbeiten beteiligt?
Ja, um das Auftreten der Nazis und deren Adjustierung möglichst authentisch zu gestalten, rief das Filmteam ehemalige Wehrmachtsangehörige als Berater herbei, die Darsteller wie Derren Nesbitt in dessen Hotelzimmer in voller Montur besuchten oder begeistert als »Film-Soldaten«, zum Teil in deren Originaluniform, mitwirkten. Einige dieser Statisten wurden beim Grenzübertritt nach Lofer vom Lastwagen herunter von den deutschen Behörden verhaftet, weil sie auf der Suchliste standen.

War Hohenwerfen »Schloss Adler«?
Nein, in »Where Eagles Dare« wird die Festung Hohenwerfen, Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes in der schwer befestigten Burganlage in den Alpen, fiktiv »Schloss Adler« genannt – tatsächlich diente die Festung während des Zweiten Weltkrieges eher unspektakulär als »Gauschulungsburg« der NSDAP.

Gab es das Geheimkommando aus dem Film wirklich?
Ja, es gab tatsächlich ein Geheimkommando der britischen Special Operations Executive (SOE), das im April 1945 vom österreichischen Deserteur Albrecht Gaiswinkler angeführt wurde, um über dem Feuerkogel (Drehort der Seilbahnszenen) per Fallschirm abzuspringen und Propagandaminister Joseph Goebbels zu verhaften. Die Aktion scheiterte, Teile der Geschehnisse flossen aber in MacLeans Drehbuch ein.

Hatten die Nazis Helikopter?
Ja, seit den Dreißigerjahren gab es Versuchsmodelle, und 1945 brachte sich im Salzburger Land die einzige Helikopterstaffel der Deutschen Wehrmacht in Sicherheit – so falsch ist es historisch also nicht, dass in Salzburg Helikopter mit Hakenkreuzemblem herumflogen. Das Modell im Film ist eine amerikanischer Bell 47 G.

Wollte jemand die Seilbahngondel tatsächlich sprengen?
Ja, obwohl: Die im Film auf den Burgberg von Hohenwerfen führende Seilbahn ist in Wirklichkeit nicht existent, sondern ein geschickter Filmtrick – der tatsächliche Drehort ist die »Feuerkogelseilbahn« in Ebensee, die am 23. September 1963 von italienischen Extremisten im Rahmen des »Südtirolkonflikts« gesprengt werden sollte – zum Glück bemerkte dies ein Gondelführer, die mit Schülern vollbesetzte Gondel konnte geräumt und die Bombe entschärft werden.

Wollte ein Unbekannter Richard Burton töten?
Ja, davon berichtet der Journalist Philip Norman 2018 in der Tageszeitung »Daily Mail«: Spätnachts nahmen die noch in deutsche Uniformen gekleideten Darsteller rund um Richard Burton in der Lobby des Hotels »Österreichischer Hof« einen Drink, als ein US-Staatsbürger und aufdringlicher Fan Burtons sich nicht verscheuchen ließ und in einem lauten Streit Burton mit einer Pistole bedrohte. Die wegen des Lärms alarmierte Liz Taylor erschien im Nachtkleid und rettete so ihren Mann.

Lernte James Bond von »Where Eagles Dare«?
Ja – im James-Bond-Film »Im Geheimdienst Ihrer Majestät« (1969) vollzieht Hauptdarsteller George Lazenby auf der Gondel der Seilbahn auf das 2.970 Meter hohen Schilthorn im Berner Oberland, Sitz des Schurken Blofeld, halsbrecherische Klettermanöver. Und auch Roger Moore musste in »Moonraker« (1979) auf dem Dach einer fahrenden Seilbahngondel den »Beißer« (Richard Kiel) im Zweikampf besiegen.

Wurde ein Darsteller verhaftet und verurteilt?
Ja, der britische Filmschauspieler Paul Symonds-Beaumont wurde von einem Salzburger Richter im Februar 1968 wegen »Verbrechens der Unzucht wider die Natur« (gesetzlich steht dies unter anderem für homosexuelle Handlungen) zu vier Monaten schweren, verschärften Kerkers bedingt verurteilt. In den offiziellen Crewlisten tauchte Symonds-Beaumont später nicht mehr auf.

Stimmt es, dass »Where Eagles Dare« Durchfall bei Kühen auslöste?
Ja – da die Frühlingssonne den Schnee schneller schmolz als die Dreharbeiten beendet waren, wurden für die Verfolgungsszenen 1.000 Tonnen Schnee aus höheren Regionen und, als der auch weg war, 11 Tonnen Epsom-Salz (Magnesiumsulfat, genannt Bittersalz) herbeigeschafft. Regen wusch nachts das Salz in einen Bach, und die Kühe, die davon tranken, litten an Durchfall und gaben keine Milch mehr. MGM musste den Bauern 60.000 Dollar an Entschädigung bezahlen.

Fasziniert »Where Eagles Dare« noch heute die Zuschauer?
Ja – es ist wie oft eine Mischung aus den besten Filmdarstellern, einer spannenden Geschichte mit überraschenden Wendungen, die Unmöglichkeit der Aufgabe dieses Himmelfahrtskommandos, die atemberaubenden Schauplätze und das Spiel mit der Höhenangst, die immer noch dafür sorgt, dass Reprisen in Großkinos heute immer noch ausverkauft sind. In England ist der Funkspruch Burtons, »Broadsword calling Danny Boy«, zur geflügelten Phrase geworden.